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12 Museen in einem Jahr (Teil 1)

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Gitarre spielen lernen, einen Kochkurs besuchen, das Buch lesen, das seit Jahren im Regal verstaubt – jeder Mensch hat andere Punkte auf seiner To-Do-Liste stehen, die aus irgendwelchen Gründen immer wieder ins Hintertreffen geraten. So erging es mir bisher mit dem Besuch der vielen Museen, die es in NRW gibt. Doch dieses Jahr soll sich das ändern. 

Museumskultur NRW

Der Wandel von einem durch Industrie geprägten Gebiet zu einer Kulturlandschaft vollzieht sich in Nordrhein-Westfalen und besonders im Ruhrgebiet schon seit mehreren Jahren. Und auch die teils kleinen Museen erregen mit der Teilnahme an Kunstfestivals Aufsehen (aktuell das Futur21). Ein Grund mehr, sich diese Museumslandschaft einmal genauer anzusehen.

Möglichst regelmäßig ein Museum besuchen, das ist dieses Jahr der Plan. Da das Abhaken von Listen alles ein bisschen einfacher macht, habe ich bereits die Museen festgelegt, die ich in diesem Jahr besuchen werde. Es ist nicht gerade einfach so eine Liste zu erstellen. Alle Museen in der Umgebung hören sich unglaublich spannend an und versprechen, jeweils auf ihre Weise, ein Kulturerlebnis, das individuelle Einblicke in die Kunstwelt gewährt.

Es entstand folgende Liste, die zum Teil durch das Prestige der einzelnen Museen und zum Teil durch persönliches Interesse beeinflusst wurde:

  1. Lehmbruck-Museum Duisburg
  2. K-20 Düsseldorf
  3. K-21 Düsseldorf
  4. Folkwang Museum Essen
  5. Dom-Schatzkammer Essen
  6. Camera Obscura Mülheim
  7. Film-Museum Düsseldorf
  8. Ludwig Galerie Schloss Oberhausen
  9. Ruhr-Museum Essen
  10. Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur Köln
  11. Kolumba Köln
  12. Museum Ludwig Köln

Ohne einen tieferen Sinn in der Reihenfolge handelt es sich hierbei um Museen rund um die Stadt Essen. Zwei wurden bereits im Januar und Februar abgehakt. Das Lehmbruck Museum in Duisburg und das K-20 in Düsseldorf waren die ersten Ziele dieser kulturellen Schnitzeljagd. Sie werden in diesem Beitrag kurz vorgestellt.

Museum Lehmbruck: Skulptur der Klassischen Moderne trifft abstrakte Malerei

Mein erster Weg führte mich in das Lehmbruck Museum, das „Zentrum internationaler Skulptur“, wie es im Museumsführer heißt.  Benannt nach dem Künstler Wilhelm Lehmbruck und entworfen von seinem Sohn Manfred Lehmbruck, liegt der Fokus des Museums auf Skulpturen verschiedener Künstler der Moderne. Werke des Namensgebers selbst stehen dabei im Zentrum der Sammlung. Doch auch Personen, deren Herz für die Abstrakte Malerei brennt, werden hier nicht enttäuscht. Von der Brücke zum Informel, von dem Wiener Expressionisten Oskar Kokoschka, bis zu dem Dada- und Surrealisten Max Ernst: hier sind einige großartige Kunstwerke zu finden.

Hinzu kommt der künstlerische Charakter des Museumsgebäudes selbst. Geschwungene Wände aus verschiedenen Materialien mit Durchbrüchen, die Licht in das Innere fallen und den Blick ins Freie wandern lassen, bieten eine außergewöhnliche Präsentationsfläche für die Skulpturen.
Umgeben ist das Museum vom Kantpark, in welchem sich ebenfalls Skulpturen berühmter Künstler:innen befinden.

Tipp: Vom 27. März 2022 bis zum 14. August wird im Lehmbruck Museum die multimediale Arbeit von Janet Cardiff & George Bures Miller ausgestellt. 

K20: Gegenwartskunst trifft Verantwortungsbewusstsein

Der zweite Ausflug in die Welt der Kunst führte mich in das K20. Dieses ist nur einer von drei Standorten der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die 1960 mit dem Ankauf von 88 Arbeiten des vielschichtigen Künstlers Paul Klee ihren Anfang nahm. Obwohl es durch seine moderne Architektur wie das neueste der drei Gebäude wirkt, so ist es tatsächlich das dienstälteste. Bereits 1986 wurde es eröffnet, während das K21, welches sich im ehemaligen nordrhein-westfälischen Landtagsgebäude befindet, erst seit 2002 als Museum genutzt wird und das F3, befindlich in der ehemaligen Galerie Alfred Schmela, 2009 hinzukam.

Während die Räumlichkeiten für die Wechselausstellung im Erdgeschoß des K20 recht dunkel wirken, beeindrucken die Museumsräume in der oberen Etage, in denen sich die Sammlung befindet, mit hohen, hell erleuchteten, geschwungenen Decken, in denen die großformatigen Werke der Pop und Minimal Art besonders gut zur Geltung kommen. Allein die Werke von Joseph Beuys – das Datum seines 100sten Geburtstags wurde 2021 mit reichlich Aufmerksamkeit für sein Werk gefeiert  – Frank Stella und Andy Warhol rechtfertigen einen Besuch des K20.

Tipp: Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen bemüht sich um eine Reflexion der Museumsgeschichte und die Befragung und Einordnung von Werken der Sammlung. Seit dem 8.2.2022 hängen in einem neu eingerichteten Raum des K20 je ein Werk von Ernst Ludwig Kirchner und Emil Nolde. Hinterfragt wird die Verbindung von Expressionismus und deutscher Kolonialgeschichte sowie der Umgang der Kunstsammlung NRW mit „diskriminierenden Bildmotiven und Werktiteln“ seit ihrer Gründung, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Museen in NRW: So viel Kunst und so wenig Zeit

Nach den Besuchen der ersten zwei Museen ging es mir in etwa so wie beim Schreiben der Liste. Begibt man sich erst einmal auf Entdeckungsreise in den Museen, reicht die Zeit kaum aus, um jedes Werk und jede:n Künstler:in wirklich wahrzunehmen. Allein die Sammlungen dieser Museen sind so vielfältig, dass bei jedem Besuch etwas Neues entdeckt werden kann. Die erste Besichtigung kann also immer nur ein Anfang sein. Im besten Fall der Anfang einer großen Leidenschaft – für die Kunst und für die Museen in NRW. Ich jedenfalls bin gespannt, was die Museumslandschaft in NRW noch alles zu bieten hat.  

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